Ein Farbkonzept für die Semper Sternwarte

Das Collegium Helveticum, das in der denkmalgeschützten Semper Sternwarte der ETH Zürich beheimatet ist, möchte künftig das Kellergeschoss für Ausstellungen nutzen. Um die verwinkelten und nicht für diesen Zweck vorgesehenen Räume entsprechend umzunutzen, bedarf es einem Farbkonzept, das eine einheitliche, zurückhaltende Lesart der Räume herbeiführt. Mittels einer sorgfältigen Analyse werden verschiedene gestalterische Etappen aus der Bau- und Nutzungsgeschichte eruiert. Die gewonnen Erkenntnisse ermöglichen eine strategische Gestaltungsplanung mit dem Ziel, eine einheitliche ästhetische Umsetzung anzustreben.

Farb­stu­die für die Rück­wand im Modell
Anstrich­ma­te­ria­li­en für die Täfer­de­cke im Ausstellungsraum
Farb­mus­ter Sternwarte

Das erar­bei­te­te Farb­kon­zept ver­folgt die Idee einer schlich­ten und unauf­fäl­li­gen «Kel­ler­äs­the­tik». Dies kommt auch der Aus­stel­lungs­tä­tig­keit zugu­te, denn im Vor­der­grund sol­len die Kunst­wer­ke wir­kungs­voll in Erschei­nung tre­ten. So wird ein Farb­kon­zept in einer hel­len Ska­la von weiss- und mit­tel-bis hell­grau Tönen vor­ge­schla­gen. Die Grau­wer­te ori­en­tie­ren sich an den Bruch­stein­mau­ern, die teil­wei­se sicht­bar sind. Die Mate­ri­al­wahl ent­spricht weit­ge­hend den geschicht­li­chen Vor­läu­fern. So schlägt Chro­ma-Stu­dio die Ver­wen­dung von Kalk­far­be vor, alter­na­tiv dazu wird eine ver­gü­te­te Mine­ral­far­be ver­wen­det und das Holz­werk wird in Ölfar­be und Öl Lasur gestri­chen. Für den Boden im Aus­stel­lungs­raum wur­de ein schlich­ter Hart­be­ton­be­lag gewählt, wäh­rend im Gang ein Lin­ole­um Belag zum Ein­satz kommt.

Ana­ly­se und Farbkonzept
Farb­kon­zept Sem­per Stern­war­te Zürich

Auf­trag­ge­ber:
ETH Immo­bi­li­en, 2020
Archi­tekt:
Rämi Archi­tek­ten GmbH
Umset­zung:
Mona Lisa Maler­hand­werk, Frau­en­feld
Bil­der:
Susan­ne Sauter